Insulin-Mimetika und Verwaltung von Blutzucker

Im Laufe der Jahre wurden die Kohlenhydrate gepriesen und verteufelt, doch das eigentliche Problem liegt darin, ihre Funktion zu optimieren: Schauen wir uns nun an, um was es sich bei den Insulin-Mimetika handelt und welche Rolle sie in der Verwaltung von Blutzucker spielen


Im Laufe der Jahre konnte festgestellt werden, wie die Kohlenhydrate gepriesen und verteufelt wurden, um daraufhin wieder eine bedeutende Position einzunehmen.

Das wahre Problem liegt darin, ihre Funktion bewusst optimieren zu können. Doch damit die Anwendung zu einem „Ziel” kommt, insbesondere in dem „uns interessierenden” Bereich bzw. dem Muskelbereich, und sie nicht in „Fett” umgewandelt und als jenes gespeichert werden, müssen sie auf wirksame Weise übertragen werden.

In den letzten Jahren konnte man erkennen, wie das Entzündungspotenzial einer Diät mit einem Überschuss an Glucose (Hyperglykämie) und einem entsprechenden Zustand von Hyperinsulinämie nicht nur ein „ästhetisches” Problem darstellt, sondern auch Krankheiten wie Diabetes und andere schwere Risikofaktoren entwickeln kann.

Bei der Einnahme von Kohlenhydraten erhöht sich der Zuckerspiegel im Blut auf erhebliche Weise und noch deutlicher, wenn es sich um einfache oder raffinierte Kohlenhydrate handelt, und die Bauchspeicheldrüse sieht sich gezwungen, Insulin zu produzieren, um sie vom Blut in die Zellen zu transportieren.

Wenn dieser Transporter die Kohlenhydrate direkt in die Muskelzellen transportiert, würde, zum Beispiel, der Bodybuilder oder derjenige, der eine Diät optimieren möchte, sein ideales Ergebnis erzielen.

Die Insulinresistenz

Doch funktioniert dieser Prozess nicht immer mit derselben Wirksamkeit (aus verschiedenen Gründen) und neben den Muskelzellen wandeln sich die überschüssigen oder schlecht verewrteten Kohlenhydrate häufig in Fettgewebe um.

An diesem Punkt sprechen wir über „Insulinresistenz”, die auf eine Resistenz gegen die Wirkung von Insulin durch die Zellen hinweist.

Zucker und andere Nährstoffe, die normalerweise in unserem Essen enthalten sind, werden durch den Darm aufgenommen und gelangen in den Blutkreislauf.

Der erhöhte Blutzuckerspiegel (Glykämie) „zeigt” der Bauchspeicheldrüse an, dass sie die Produktion von Insulin erhöhen muss. Dieses dient den Zellen des Organismus als „Schlüssel”, um die Glucose eindringen zu lassen, sodass diese als „Kraftstoff” für die Energieproduktion verwendet werden kann und sich nicht in Fettgewebe umwandelt.

Wenn eine Insulinresistenz besteht, „reagieren” die Zellen des Organismus nicht auf das Insulin und ihre Fähigkeit, Glucose eindringen zu lassen, ist verringert.

Um diesen Mangel auszugleichen, produziert die Bauchspeicheldrüse eine größere Menge an Insulin, mit der Absicht, die „Sperre” der Zellen zu brechen, um die Glucose einzulassen.

Personen mit Insulinresistenz besitzen in der Tat einen höheren Insulinspiegel im Blut als normal.

Auch wenn die „Anstrengung” der Bauchspeicheldrüse anfänglich die Resistenz der Zellen gegen das Insulin ausgleicht, löst die Erhöhung des Insulinspiegels auf lange Sicht nicht das Problem, da dieses das metabolische Syndrom mit all seinen Komplikationen und Risiken, die zu einem potenziellen Typ-2-Diabetes führen können, entwickelt.

Die Rolle der Insulin-Mimetika

Um der Gefahr vorzubeugen, auf blutzuckersenkende Medikamente oder schlimmer noch auf Insulintherapien zurückgreifen zu müssen, entstanden zu präventiven Zwecken die Insulin-Mimetika mit ihrer bedeutenden Rolle in der Verwaltung des Blutzuckers.

Diese finden nicht nur bei denjenigen Anwendung, die sich zusammen mit einer geeigneten Ernährung schützen und helfen und gewissen Risikofaktoren entgegenwirken möchten, sondern auch bei den Personen, die eine ideale, auch ästhetische Form anstreben. In diesem Fall sprechen wir von Bodybuildern, die eine effiziente Verwertung und Speicherung der Kohlenhydrate bezwecken und eine Fettansammlung möglichst zu vermeiden versuchen.

Die Insulin-Mimetika (im Englischen „glucose disposal agents”) erweisen sich daher als bedeutende Ausrüstung im Kampf für die Erlangung von Magermasse und/oder die Verringerung der Fettmasse.

Je besser die von uns eingenommenen Kohlenhydrate verwertet werden, desto vorteilhafter ist die Insulin-Verwaltung. Auf diese Weise begünstigen wir eine anabolische und metabolische Aktivität zugunsten einer effektiveren Thermogenese.

Eine beglückende Situation für jedes Diät-Ziel.

In diesem Zusammenhang erinnern wir daran, dass der Protagonist dieses Vortrags bzw. das Insulin eines der leistungsfähigsten anabolen Hormone im Körper darstellt: Das Insulin leitet die Glucose und die Aminosäuren in die Zellen, dient als bedeutender Anreger der Proteinsynthese und fördert den anabolen Zustand der Zelle.

Und gerade deshalb muss es begünstigt und verwaltet, manchmal aber auch „unterstützt” werden (mit einigen sehr nützlichen Supplementierungen), wie ein wertvoller „Freund”: das heißt, mit maximalem Respekt.

Wie und welche Insulin-Mimetika sollten verwendet werden?

Das heutige Umfeld, in dem eine große Nachfrage durch die Typ-2-Diabetiker, durch „gefährdete” und durch die Personen, die eine metabolische Gesundheit und ein anttraktiveres Spiegelbild anstreben, besteht, bietet uns auf dem Markt verschiedene, hoch interessante Nahrungsergänzungsmittel.

Die Liponsäure

Chemische Struktur der Liponsäure

Chemische Struktur der Liponsäure

In führender Position steht die Liponsäure.

Dieses starke Antioxidans gegen die berüchtigten freien Radikale wirkt auf die biochemischen Prozesse ein, in denen der Glucosegehalt im Blut spontan mit den Proteinen wie Kollagen reagiert und diese zerstört.

Das Kollagen ist in der Haut, in den Blutgefäßen, im Bindegewebe und in der Myelinschicht (die die Nervenzellen umgibt) sowie in anderen Geweben enthalten.

Diese Prozesse, die durch schlechte Ernährungsgewohnheiten (Übermaß an einfachem Zucker oder Fetten, insbesondere Transfette) begünstigt werden, führen im Laufe der Zeit zu einer Beschleunigung der Gewebealterung, Nierenschäden, Atherosklerose und einem Verlust des Sehvermögens (extreme und Spätkomplikationen des Diabetes mellitus).

Auf welche Weise wirkt es auf den Blutzucker ein? Durch die Verlangsamung der Bildung dieser Protein-Zucker-Bindung und die Erhöhung der Aufnahme von Blutzucker in den Zellen- eine Aufgabe, die in der Regel vom Insulin ausgeführt wird (daher der Begriff „Insulin-Mimetikum”) - wodurch eine potenziell übermäßige Erhöhung des Blutzuckers eingeschränkt wird.

Doch nach diesen wissenschaftlichen Erläuterungen und der Beschreibung der Anwendungsmöglichkeiten im medizinischen Bereich wenden wir uns nun der Frage zu, wie es von denjenigen, die „einfach” nur ihre Leistungen oder Körperform optimieren möchten, verwendet werden sollte.

Wie ich bereits erwähnte, wird es dank seiner bemerkenswerten Eigenschaften (Antioxidans und Entgifter der Leber) einer großen Anzahl an Supplementierungen hinzugefügt, die dem gesamten Körper eine allgemein gute Verfassung gewährleisten.

Im Sportbereich verhindert es das Abebben der Wirkung der Glutathion-Transferase, die durch die körperliche Betätigung induziert wird, schützt den Muskel vor oxidativen Schäden und wirkt der Lipidperoxidation der Membranen entgegen.

Auf dem Markt werden Formulierungen von 200-300 mg pro Kapsel angeboten und in der Regel werden jeweils 2 bis 3 Dosen empfohlen, die vorzugsweise mit kohlenhydratreichen Mahlzeiten kombiniert werden sollten, wie die leichte Mahlzeit nach dem Training, wo die effektivste Wirkung des Insulins auf die Muskelzelle für eine schnelle und wirksame Umwandlung in Muskel- und Leberglykogen unterstützt wird.

Chrom

 

Chemische Struktur des Chrompicolinats

Chemische Struktur des Chrompicolinats

Schon seit langer Zeit finden wir auf dem Markt der Nahrungsergänzungsmittel das Chrom, bei dem es sich um einen Mikronährstoff handelt, der in kleinen Mengen in unserem Körper enthalten ist und in der Potenzierung der Insulinfunktion die Rolle des Cofaktors spielt.

Obwohl der genaue Wirkmechanismus bisher noch nicht vollständig geklärt wurde - nicht durch Zufall sprach ich von „Schlössern und Türen” - wird angenommen, dass dieser Mikronährstoff zur Unterstützung des Insulins das Öffnen der Zellentüren begünstigt. Darüberhinaus soll er das Enzym Tyrosinkinase aktivieren, das es an seine Membranrezeptoren bindet, was das Eindringen der Kohlenhydrate und der Aminosäuren erleichtert.

Tatsache ist, dass ein chronischer Mangel an Chrom die Insulinempfindlichkeit des Körpers verringert.

Die empfohlenen Dosierungen liegen zwischen 200-500 mcg Chrom (Chrom-Picolinat), die mit kohlenhydratreichen Mahlzeiten kombiniert werden sollten. Genau genommen gibt es keine „empfohlene” tägliche Chrom-Ration für die italienische Bevölkerung, auch wenn es bereits seit langer Zeit bekannt ist und verwendet wird.

Zimt

Dies in den letzten Jahren beliebte und in vielen Rezepten verwendete Zimt ist ein stark wirkungsvolles Gewürz für die Kontrolle des Blutzuckers.

Stellen Sie sich vor, er ist in der Lage, den Glucosestoffwechsel in den Fettzellen um das 20-fache zu verbessern.

Jeder kennt den Zimt als ein Gewürz von unverwechselbarem Aroma, das häufig in der Zubereitung von Gebäck und anderen Süßspeisen verwendet wird. Traditionell diente es hingegen als Unterstützung der Verdauung und in Fällen von Dysbiose, doch wurde in jüngster Zeit seine Fähigkeit entdeckt, auf die Kontrolle des Blutzuckers einzuwirken, die Insulinempfindlichkeit sowie das Eindringen und die Verwertung von Glucose durch die Zellen zu begünstigen.

Die Zimtrinde wurde aufgrund ihrer hypoglykämischen Eigenschaften (die den Blutzuckerspiegel senken) sowohl bei Tieren als auch beim Menschen untersucht.

Insbesondere ist seine Wirkung auf den Blutzuckerspiegel auf einen Schutzmechanismus, der in Bezug auf die oxidative Schädigung auf die Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse einwirkt, bzw. auf eine systematische Insulinempfindlichkeit zurückzuführen.

Eine im Jahr 2003 durchgeführte Studie bestätigt die Wirksamkeit auf Menschen mit Typ-2-Diabetes, um den basalen Blutzuckerspiegel (18-20 %) und die Triglyceridwerte (23-30 %) im Vergleich zum Placebo zu senken (Khan et al. Cinnamon improves glucose and lipids of people with type 2 diabetes. Diabetes Care 26 (12), 3215–8, 2003).
Während einer im Jahr 2009 durchgeführten Studie wurde eine akzeptable Dosis Zimt (1 g pro Tag) über einen Zeitraum von 3 Monaten auf der Basis eines stabilen und zuverlässigen Parameters (glykosyliertes Hämoglobin und nicht der Nüchternblutzucker) getestet.

Die dieser Studie unterzogenen Patienten wurde ausnahmslos mit oralen Antidiabetika behandelt.

Die Einnahme von Zimt in den angegebenen Dosen zeigt einen deutlichen Vorteil gegenüber einer einzigen Arzneimittelverabreichung, ohne Nebenwirkungen (Crawford. Effectiveness of cinnamon for lowering hemoglobin A1C in patients with type 2 diabetes: a randomized, controlled trial. J Am Board Farm Med. 2009; 22(5): 507–12).

 

Die Gymnema Sylvestre

Eine der neuesten Entdeckungen im Bereich der Nahrungsergänzungsmittel ist die Gymnema sylvestre.

Die schon in der alten indischen Medizin bekannten Blätter der Gymnema enthalten eine glycosidische Bindung aus mindestens neun Säuren von sehr ähnlicher Struktur, die eine hypoglykämische Wirkung durch zwei Hauptmechanismen ausüben:

  • Inhibiert die Aufnahme von Zucker im Darm;
  • Stimuliert die metabolische Umwandlung der Glucose auf zellulärer Ebene.

Die von mir geprüften Studien haben gezeigt, dass dieser Wirkstoff ein dem Zucker ähnliches Molekül besitzt, das jedoch größer ist und sich daher an die für die Aufnahme bestimmten Darm-Rezeptoren bindet und diese reversibel blockiert.

Diese Sperre erfolgt sehr rasch und dauert viele Stunden an, insbesondere, wenn die Dosen im Laufe des Tages wiederholt eingenommen werden, und senkt die Zuckeraufnahme um 50 %.
Die Pflanze weist zudem eine weitere Eigenschaft auf (durch die sie vermutlich eher „bekannt” ist), bei der es sich um eine „Anti-Süß-Wirkung” handelt.

Bei Auflegen auf die Zunge einer nur geringen Menge von Gymnema werden die Geschmacksempfindungen „süß” und „bitter” nach nur wenigen Augenblicken aufgehoben (unverändert bleiben jedoch die Geschmacksempfindungen „salzig”, „sauer” und „metallisch”) und die Lust auf „Süßes” wird reduziert. Seltsam, oder?
Die Fähigkeit der Gymnema, den Abbau von Zucker zu synthetisieren und zu begünstigen, verleiht ihr unter anderem eine „Schlankheitswirkung”, d.h. sie fördert die Abnahme des Gewichts, das durch eine an Zucker reiche Ernährung wie Kuchen, Brot und Nudeln aufgebaut wurde.
Sie wird normalerweise als Trockenextrakt in Tabletten oder Kapseln von 400-500 mg verkauft; eine doppelte Einnahme pro Tag wird empfohlen.

Schlussfolgerungen

Abschließend bin ich der Überzeugung, dass diese vier Nahrungsergänzer ein wirksame Mittel darstellen, das in jedem Ernährungsplan berücksichtigt werden sollte, auch wenn es keine Wunder vollbringt.

Nicht nur beim Abnehmen, sondern auch in der Phase zum Aufbau ist es wichtig, dass die Glucose (und die Aminosäuren) vorzugsweise in die Muskelzelle und nicht zum Fettgewebe geleitet wird.

In erster Linie sollten wir jedoch beachten, dass es immer die unserem Ziel angepasste Ernährung ist, die den Unterschied macht. Doch wenn wir die Möglichkeit haben, ein unterstützendes Mittel zu verwenden, damit das, was wir essen, auf wirksamste Weise verwertet wird, werden wir auf jeden Fall eine bessere metabolische Gesundheit genießen, unsere Muskel begünstigen und bessere Leistungen und weniger Fettgewebe erzielen.

 

Yamamoto

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